St. Antonius Recklinghausen ist mit an Bord

Am 13. Januar ist der Startschuss gefallen: mit einem Einkehrtag ist die Pfarrei St. Antonius aus Recklinghausen in das Projekt "Kita – Lebensort des Glaubens“ eingestiegen. Der leitende Pfarrer Aloys Wiggeringloh und die Standortbegleiterin Karolin Kramer begrüßten die knapp 100 Teilnehmenden aus den Kitateams, dem Pastoralteam und einige Ehrenamtler und führten in das Projekt ein. Mit dem Lied "Wo zwei, oder drei in meinem Namen versammelt sind" wurde der gemeinsame Geist beschworen, das Verbindende betont und auf den Tag eingestimmt.

Im Anschluss wurde es für die Teilnehmende praktisch. Vier Workshops standen zur Auswahl und luden dazu ein, sich auf unterschiedliche Art mit dem Glauben auseinander zu setzen. So lud der Workshop "Gott im Spiel (Godly Play)" dazu ein, anhand der Geschichte über die Flucht der Israeliten aus Ägypten, die biblische Welt neu zu entdecken und zu schauen, welche Parallelen es zur eigenen Lebenswelt gibt. Die Teilnehmenden der Einheit "Von Abenteuerlust und spiritueller Tiefe" mussten sich warm anziehen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ging für sie hinaus in den Garten. Der eigene Glaube als Abenteuer stand im Mittelpunkt dieser praktischen Übung: "Wie sehr vertraue ich darauf, wo sind meine Grenzen? Wie weit trägt mein Gottesglaube?" waren die Fragen, mit denen sich die Teilnehmenden - ganz praktisch - beschäftigten. So konnten die Teilnehmenden erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man auf eine Gruppe zuläuft, die ihre Hände wie eine Mauer verschränkt hält. "Pralle ich dagegen oder machen die den Weg frei?", diese Frage stand den Laufenden ins Gesicht geschrieben. Und die Freude, wenn man es heile durch die sich öffnende Gasse geschafft hatte. Gottvertrauen und die eigene Ängste überwinden waren angesagt.

Der dritte Workshop lud zu einem "Spurwechsel" ein. Die Teilnehmenden konnten für einen Moment die Spuren ihres Alltags verlassen und sich Zeit für den ganz eigenen Augenblick nehmen, einmal die Perspektive wechseln und sich auf etwas Neues einlassen. Im vierten Seminar "Biografisches Schreiben" begaben sich die Teilnehmenden auf die Spur ihrer Glaubens- und Lebensgeschichte, und das anders, als erwartet. Statt von Beginn an mit Stift und Papier zu arbeiten, wurde es erst einmal handwerklich. Um auf die Spur ihrer Lebens- und Glaubensbrüche zu kommen, erhielten die Teilnehmenden Scherben eines Tontopfes und sollten sie wieder zusammenfügen. Die Bruchstellen wurden aber nicht nur einfach mit Kleber geflickt, sondern auch mit goldenem Bronzestaub. So wirkten die Brüche besonders kostbar und zeigten so - auf jeden persönlich übertragen: Ich bin an verschiedenen Stellen gebrochen, habe vieles überstanden. Und es hat Mühe gekostet, wieder ganz zu werden. Aber genau das macht mich einzigartig. Vor diesem Hintergrund wurden die Teilnehmenden dann aufgefordert, ihre persönliche Glaubens- und Lebensgeschichte aufzuschreiben. 

Der Einkehrtag bot den knapp 100 Teilnehmenden am Kita-Projekt die Möglichkeit, sich ihres eigenen Glaubens zu vergewissern und sich auf unterschiedliche Art und Weise mit ihm auseinander zu setzen. Am Ende kamen noch einmal alle zusammen, tauschten sich aus und sind nun gespannt, wie es konkret mit dem Projekt weiter geht. 

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