In seinem neuen Kriminalroman „Tote Erzieherin – Gute Erzieherin – Mord in der Kita“ stellt Georg Langenhorst die Kita in den Mittelpunkt des Geschehens.
Dabei scheint die Geschichte zunächst simpel: Die Leiterin einer katholischen Kita in einem kleinen beschaulichen Ort wird ermordet und es gilt den Täter zu finden. Auf der Suche nach dem Mörder tauchen die beiden Kommissare allerdings tief ein in die Welt der Kita und entdecken Abgründe und Verbindungslinien, die vorher nicht an die Oberfläche dringen konnten. Die Perspektive der jungen, nicht religiös sozialisierten Kommissarin Hannah Mellrich ist dabei sehr erfrischend, weil sie unbefangen und irritiert auf manche religiöse Tradition blickt. Demgegenüber steht die Perspektive des in die Jahre gekommenen Kommissars Bernd Kellert, der sich fragt, ob sein erstes Enkelkind überhaupt noch getauft werden wird. Die vielfältigen Akteure im Feld Kita kommen ebenfalls zu Wort: von der pädagogischen Fachkraft, vom Kirchenvorstand und Pfarrer, bis zum Leiter der KiTa GmbH werden die unterschiedlichen Funktionen, Aufgaben und Interessern gut durchdacht beschrieben.
Man erhält in diesem Buch auf unterhaltsame Art und Weise Informationen über die Eigen- und Besonderheiten einer „katholischen“ Kita und erfährt ganz nebenbei auch noch welche Aus- und Nebenwirkungen strukturelle Veränderungsprozesse für die Betroffenen nach sich ziehen können. Für Menschen, die sich für das Feld Kita interessieren und engagieren auf jeden Fall eine unterhaltsame Lektüre.
Georg Langenhorst ist Professor für Didaktik des katholischen Religionsunterrichts/Religionspädagogik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg. Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist das Zusammenspiel von Theologie und Literatur. Für das Aktionsprogramm Kita – Lebensort des Glaubens konnten wir Georg Langenhorst schon des Öfteren als impulsgebenden Referenten zum Thema „Brauchen Kinder Religion?“ gewinnen.
